Wien in Istanbul

Wien in Istanbul

w06Die internationale Bedeutung Wiens im 19. Jahrhundert als Kunst- und Kulturzentrum im Herzen Europas wurde auch in der Hauptstadt des Osmanischen Reiches wahrgenommen. Bei der Bevölkerung Istanbuls wie auch den Angehörigen des Osmanischen Herrscherhauses war die Erinnerung an die Kriege und die beiden Belagerungen Wiens in den Hintergrund getreten.

Mit Wien assoziierte man nunmehr grüne Parks, prunkvolle Paläste und andere Bauten, Kaffeehäuser, den Heurigen und Meisterwerke der Musik. Österreich und Wien fanden vor allem in das kosmopolitische Leben in Beyoglu Eingang, jenem Bezirk Istanbuls, wo die meisten ausländischen Botschaften, Handelshäuser und Kulturzentren untergebracht waren. Die Namen zahlreicher Hotels, Kaffeehäuser und Geschäfte erinnern daran: So zum Beispiel die Pharmacie Austro-Hongroise, oder das erste Österreichisch-Ungarische Restaurant und Hotel Kohout – nur zwei von vielen erfolgreichen und bekannten Unternehmen.

w01 Die österreichische Post, die seit 1748 in einem von der Botschaft separierten Gebäude untergebracht war, wurde im ganzen östlichen Mittelmeer wegen ihrer Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit geschätzt. Die 1833 gegründete Österreichische Lloyd Schifffahrtsgesellschaft galt, was Postlieferungen und den Passagierverkehr betraf, als bestes Unternehmen überhaupt. Die Generaldirektion der österreichischen Post befand sich in der Galata Mahmudiye, und weitere Filialen waren in den Bezirken Beyoglu und Sirkeci angesiedelt.

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Der im Jahr 1904 gegründete Wiener Bank-Verein befand sich hingegen am Galata-Kai in einem im Art-Deco-Stil errichteten Gebäude. Wiener Flair war nicht nur in Bierhäusern und Hotels, sondern auch in Theatern und Konzerthäusern der Stadt gegenwärtig. In Beyoglu wurden im Theater Tepebasi auch Wiener Operetten aufgeführt.

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Beim Einkaufen fanden osmanische Herrschaften auf Märkten oder in Geschäften Kopfbedeckungen, die von österreichischen Unternehmen hergestellt worden waren. Auf den dekorativen, mit Farbdruck hergestellten Fes-Etiketten befanden sich mitunter das Porträt des Sultans und das Osmanische Wappen, Bilder der Galata-Brücke, oder auch das Wiener Parlament.

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